Wie bist du zum Custom-Motorradbau gekommen?
Es begann mit einer Leidenschaft für Technik und Design. Mich hat schon immer fasziniert, wie sich etwas Funktionales in etwas Persönliches und Ausdrucksstarkes verwandeln lässt. Daraus entwickelte sich ganz natürlich der Bau von Custom-Motorrädern.
Was reizt dich an der Teilnahme am Wettbewerb Triumph Originals?
Er bietet die großartige Gelegenheit, kreative Grenzen auszuloten und gleichzeitig mit einer ikonischen Marke zusammenzuarbeiten. Triumph blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, und dieser Wettbewerb gibt Customizern die Möglichkeit, diese auf moderne Weise neu zu interpretieren. Die Motorräder sind unglaublich vielseitige Plattformen, die Raum für Kreativität lassen, ohne dabei ihren Kerncharakter zu verlieren.
Was macht die Scrambler-Plattform deiner Meinung nach zu einer so guten Basis für Custom-Builds?
Ihre Vielseitigkeit. Die Scrambler bewegt sich ganz selbstverständlich zwischen Straße und Gelände und eröffnet dadurch kreative Freiheit mit Blick auf Form und Funktion. Für mich steht sie für Freiheit und Anpassungsfähigkeit: ein Motorrad, das kulturell wie ästhetisch in kein festes Umfeld gezwängt ist.
Wie würdet ihr euren Ansatz beim Bau von Custombikes beschreiben?
Es ist ein Zusammenspiel aus Design, Technik und Storytelling. Jeder Build braucht ein klares Konzept, das mit Präzision und Konsequenz umgesetzt wird. Die Motorräder sind nicht nur Showpieces – sie sind gebaut, um gefahren zu werden.
Welche Einflüsse und Inspirationen prägen dein Design und deine Handwerkskunst?
Kunst, Musik, Architektur, Industriedesign und die globale Motorradkultur spielen alle eine Rolle. Auch Geschichte beeinflusst mich stark – und die Frage, wie sich Design im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Das Briefing „Time Capsule“ hat sofort Ideen rund um Tradition und Neuinterpretation geweckt: Wie lässt sich ein Moment in der Zeit einfangen und in die Gegenwart übertragen?
Welche zentralen Ideen stecken hinter deinem Custom-Umbau der Scrambler für diesen Wettbewerb?
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart: die Inspiration aus einer bestimmten Ära aufzunehmen und sie mit modernen Materialien, Oberflächen und technischer Umsetzung neu zu interpretieren. Entstehen sollte ein Motorrad, das wirkt, als hätte es bereits ein langes Leben hinter sich – nicht abgenutzt oder vernachlässigt, sondern genutzt, wofür es gebaut wurde. Als hätte es erst die Welt bereist und sich dann über schlammige Wege zurück in seine Heimat England gekämpft.
Welche Scrambler-Ära hat dich bei deinem Build inspiriert?
Ich würde sagen, die 60er- und 70er-Jahre – eine Zeit, in der die Scrambler-Identität wirklich geprägt wurde: unverfälscht, funktional und auf das Wesentliche reduziert. Aber es war keine bestimmte Maschine. Eher der Geist aller Scrambler und ihre Abenteuer im Laufe ihres Lebens.
Was ist dein Lieblingswerkzeug in der Werkstatt?
Die Drehbank. Sie ist eines der vielseitigsten Werkzeuge in der Werkstatt – ob zum Bearbeiten von Distanzstücken, Modifizieren von Bauteilen oder Anfertigen komplett maßgeschneiderter Teile. Sie ermöglicht ein Maß an Präzision und handwerklicher Qualität, das kaum zu übertreffen ist, und spielt eine zentrale Rolle dabei, Ideen in technisch sauber umgesetzte Lösungen zu verwandeln.
Was ist euer Lieblingsmoment während des Customizing-Prozesses und warum?
Ich habe zwei Lieblingsmomente: die Ideenphase, die immer spannend ist, und die Fertigungsphase – wenn aus Ideen etwas Greifbares entsteht und das Konzept Form annimmt.