Farben des Staubs
Lerne Jan Van Vijnckt kennen: Rennfahrer, Konstrukteur und Fotograf.
Jan Van Vijnckt ist ein belgischer Flat-Track-Rennfahrer, Fotograf und Konstrukteur, der alles, was er macht, mit einer rohen, praktischen Energie angeht. Jan fährt für Triumph Heritage und ist dafür bekannt, dass er seine selbst restaurierte Bonneville T140 von 1972 bei Veranstaltungen in ganz Europa über Eis, Dreck und Sand jagt. Sein Fahrstil ist aggressiv, aber bewusst – er basiert auf Instinkt, Erfahrung und einem tiefen Respekt für die Motorräder, die er fährt.
Abseits der Rennstrecke betreibt Jan ein Renovierungsunternehmen in Gavere, wo er die gleiche Präzision und Handwerkskunst anwendet wie bei Motorrädern. Außerdem dokumentiert er die Welt durch seine Linse als Fotograf und fängt die ungefilterte Realität des Rennsports ein: zerbrochene Visiere, gefrorener Atem und die stille Spannung vor dem Start. Seine Fotografien sind eindringlich und oft mitten im Geschehen aufgenommen, bei den Veranstaltungen, an denen er selbst teilnimmt.
Jan Van Vijnckt: Es geht um mehr als nur um Rennen, es geht darum, ein Vermächtnis zu vertreten. Triumph hat diesen zeitlosen Geist, und als Teil des Heritage-Teams kann ich diesen weitergeben. Ob ich nun auf der Rennstrecke bin oder hinter der Kamera stehe, ich habe das Gefühl, zu einer Geschichte beizutragen, die vor über einem Jahrhundert begonnen hat. Ich bin durch Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien gefahren (manchmal mit fünf Motorrädern in einem Transporter) und habe auf Tankstellenparkplätzen geschlafen. Das ist nicht gerade glamourös. Es gibt kalte Duschen, kaputte Ketten und Reparaturen bis spät in die Nacht. Aber es gibt auch Gelächter, gemeinsames Biertrinken und Freundschaften, wie man sie nur auf diese Weise schließen kann.
Lass uns über deine Motorräder sprechen. Du hast eine 1972er Bonneville T140, die in der Flat-Track-Szene Kultstatus erreicht hat. Was ist die Geschichte dahinter?
Jan: Dieses Motorrad bedeutet mir echt viel. Ich hab's 2021 aus Baltimore importiert, es wurde von Phil Miller gebaut, der leider in diesem Jahr verstorben ist. Ich hab's komplett umgebaut, es in einem von den 70ern inspirierten Design neu lackiert und den Auspuff modifiziert. Es ist nicht nur eine Maschine – es ist eine Hommage.
Jan: Es ist nicht nur ein Logo auf einem Trikot. Ich wähle selbst aus, mit wem ich zusammenarbeiten will, und es bedeutet mir mehr, als nur ein Trikot zu bekommen, das ich tragen kann. Triumph Heritage ist eine Erweiterung meiner eigenen Persönlichkeit und steht für alles, wofür ich in meinem Leben einstehe. Es geht um Durchhaltevermögen, Tradition und einen klassischen Stil, der sich nicht beirren lässt. Die Community und die Freunde, die ich durch den Rennsport gewonnen habe, sind genauso wichtig wie der Rennsport selbst.
Was war das beste Gespräch, das du jemals in einer Garage geführt hast, und was hast du damals repariert?
Jan: Das war, als ich mit meinem guten Kumpel Torsten Robbens zusammen war. Zusammen mit einem anderen Freund halfen wir ihm dabei, sein Motorrad für einen Landgeschwindigkeitsrekordversuch am nächsten Tag vorzubereiten. An diesem Tag hatte er bereits einen Rekord in der Nicht-Stromlinienklasse aufgestellt, und am nächsten Tag wollte er dasselbe in der Stromlinienklasse schaffen. Wir haben die ganze Nacht durchgearbeitet, die Verkleidungen montiert, Sonderteile angefertigt und dafür gesorgt, dass alles perfekt zusammenpasste. Die ganze Nacht über haben wir über all die kleinen Details gesprochen, die den Unterschied ausmachen, wie man noch ein bisschen mehr Geschwindigkeit herausholen kann und was nötig ist, um an die Grenzen zu gehen. Für mich verkörpert das die wahre Essenz des Motorradlebens: Zeit mit Freunden verbringen, zusammenarbeiten und Nächte erleben, die man nie vergisst.
Welche Rolle spielt das Reisen in deinem Leben als Fahrer und Fotograf?
Jan: Reisen ist super wichtig und dabei finde ich Geschichten, die ich fotografieren kann, treffe Leute und bringe mich selbst weiter. Jedes Event ist eine neue Landschaft, eine neue Herausforderung. Ich fahre mit Freunden über Grenzen, mit den Motorrädern im Schlepptau und den Kameras bereit. Es geht nicht nur ums Rennen, sondern auch um Gemeinschaft und Entdeckungen.
Jan: Wenn ich fotografiere, versuch ich immer, mich mental auf die Geschichte einzustellen, die ich festhalten will. Wenn man mit Marken arbeitet, muss man verstehen, was sie vermitteln wollen und welche Gefühle sie bei den Menschen auslösen möchten. Wenn man das wirklich verstanden hat, kann man es in seinen Bildern umsetzen. Es ist wichtig, an die Marken zu glauben, mit denen du arbeitest, denn nur so kannst du ihre Essenz authentisch auf der Leinwand einfangen.
Was bedeutet Triumph Heritage für dich persönlich?
Jan: Es geht darum, die Vergangenheit zu ehren und gleichzeitig in die Zukunft zu fahren. Triumph Heritage ist nicht nur eine Marke – es ist ein Gefühl. Es ist der Sound eines Bonneville-Motors und die Kameradschaft im Fahrerlager mit deinen Kollegen, die auch deine Freunde sind. Ich trage Triumph nicht, weil es trendy ist. Ich trage es, weil es sich seinen Platz im Dreck und im Regen verdient hat und etwas Besonderes in der Geschichte des Motorradfahrens repräsentiert. Bleib dran, wenn Jan die nächste Rennstrecke in Angriff nimmt, das nächste Motorrad umbaut und sein nächstes Abenteuer auf der Straße, in der Garage und wo auch immer sonst findet.